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Evergrande an der Kippe: Schwächelnder Immobilienmarkt, Blackstone und die globalen Folgen

Inhaltsverzeichnis

Die Schlagzeilen um Chinas Immobilienmogul Evergrande mehren sich und deuten auf eine drohende finanzielle Krise oder sogar einer drohenden Zahlungsunfähigkeit hin. Vor einigen Tagen stellte das Unternehmen Antrag auf Insolvenzschutz bei einem US-Gericht. In diesem Kontext gewinnen auch die Beziehungen zu Blackstone, dem weltweit größten Vermögensverwalter, sowie zu einem weiteren chinesischen Immobilienriesen, Country Garden, an Bedeutung. Die potenzielle Krise von Evergrande könnte tiefgreifende Auswirkungen auf die globalen Märkte haben, vor allem vor dem Hintergrund des bereits schwächelnden Immobilienmarkts.

Ein kurzer Blick zurück: Wer ist Evergrande?

Die Evergrande Group wurde 1996 gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der größten Immobilienentwickler Chinas. Doch das Unternehmen beschränkte sich nicht nur auf Immobilien. Im Laufe der Jahre diversifizierte Evergrande seine Geschäftsinteressen und investierte in Bereiche wie Gesundheitsdienstleistungen, Tourismus und sogar in die Automobilbranche.

Was führte zur Krise?

Evergrandes rasantes Wachstum wurde zum Teil durch erhebliche Schulden angetrieben. Das Unternehmen verfolgte eine aggressive Expansionsstrategie, die oft durch hohe Kredite finanziert wurde.

Die Verkaufszahlen sanken, während die Schulden weiterhin hoch blieben, was zu Liquiditätsproblemen führte. Einige Analysten verglichen die Situation mit einem “Schneeballsystem”, bei dem Evergrande neue Projekte finanzieren musste, um alte Schulden zu begleichen.

Der gesamte chinesische Immobilienmarkt ist in der Krise

Bereits seit Mai 2021 verzeichnet, laut BofA Global Research von Bloomberg, der chinesische Immobilienmarkt einen Rückgang um 82%. Ein Zeichen, dass nicht nur Evergrande, sondern die gesamte Branche vor erheblichen Herausforderungen steht. (Bild siehe Anlage einfügen)

Das Zittern vor der Zahlungsunfähigkeit

Die erstaunliche Expansion von Evergrande wurde durch eine erhebliche Verschuldung ermöglicht. Als die chinesische Regierung jedoch den Geldhahn zudrehte, um eine überhitzte Immobilienblase zu verhindern, geriet Evergrandes Finanzstabilität ins Wanken.

Evergrandes Schritte in den USA: Insolvenzschutz und seine Implikationen

Inmitten dieser finanziellen Unsicherheit verfolgte Evergrande einen bemerkenswerten Schritt auf internationalem Parkett. Vor wenigen Tagen beantragte das Unternehmen “Insolvenzschutz” in den USA. Laut Evergrande handele es sich dabei aber „lediglich“ um eine “routinemäßige Schuldenumstrukturierung”.

Das Unternehmen betonte, dass dieser Schritt nicht gleichbedeutend mit einem Insolvenzantrag ist. Stattdessen rückte Evergrande die Tatsache in den Mittelpunkt, dass seine auf US-Dollar basierenden Anleihen dem New Yorker Recht unterstehen. Aus diesem Grund suchte es bei einem US-Gericht gemäß Kapitel 15 des US-amerikanischen Kodex die “Genehmigung der Vereinbarungen im Rahmen der Offshore-Schuldenumstrukturierung”.

Evergrande und Blackstone: Eine komplexe Verbindung

Blackstone, als weltweit führender Vermögensverwalter, ist natürlich immer auf der Suche nach Gelegenheiten und investiert breit gestreut in verschiedene Sektoren und Regionen, einschließlich Asien und China. Angesichts der Größe und Bedeutung von Evergrande im chinesischen Immobilienmarkt könnten Investitionen oder finanzielle Verflechtungen zwischen den beiden Unternehmen weitreichende Konsequenzen haben.

Während die genauen Details der Beziehung zwischen Evergrande und Blackstone vertraulich sind, ist es unbestritten, dass eine potenzielle Krise bei Evergrande auch Blackstone betreffen könnte, entweder direkt durch Investitionen oder indirekt durch die Auswirkungen auf den gesamten Immobilienmarkt.

Doch Evergrande ist nicht das einzige Schwergewicht in Chinas Immobilienlandschaft. Country Garden, ein weiterer wichtiger Akteur, spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Bei einer Krise von Evergrande könnten auch andere bedeutende Unternehmen wie Country Garden betroffen sein, da der gesamte Sektor eng miteinander verknüpft ist.

Die potenziellen globalen Repercussionen

  1. Kettenreaktion in China: Andere Unternehmen, die direkt oder indirekt mit Evergrande verknüpft sind, könnten ebenfalls leiden.
  2. Vertrauenskrise: Die Unsicherheit könnte ausländische Investoren abschrecken und die Stabilität des chinesischen Marktes infrage stellen.
  3. Globale Finanzunsicherheit: Die Verbindungen von Evergrande zu globalen Finanzgiganten wie Blackstone könnten dazu führen, dass der Schock weit über Chinas Grenzen hinausgeht.

Chinas mögliche Intervention

Die chinesische Regierung reagierte bereits mehrfach auf die Krise, indem sie versuchte, die Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Finanzsystem des Landes zu begrenzen. Einige Analysten glauben, dass die Regierung in Peking Evergrande nicht vollständig fallen lassen wird, um einen vollständigen Marktzusammenbruch zu verhindern. Die chinesische Regierung könnte wieder intervenieren, aber es bleibt unklar, in welchem Ausmaß und mit welchen Methoden.

Abschlussgedanken und Fazit

Die Evergrande-Krise unterstreicht die Risiken, die mit übermäßiger Verschuldung und raschem Wachstum verbunden sind. Es ist ein Weckruf für Investoren und Unternehmen weltweit, die Bedeutung einer nachhaltigen Geschäftspraxis zu erkennen. Es bleibt abzuwarten, wie die endgültige „Lösung“ der Evergrande-Situation aussehen wird, aber eines ist sicher: Die Lektionen aus dieser Krise werden noch lange nachwirken. Die aktuellen Entwicklungen und Verflechtungen von Evergrande, insbesondere im Zusammenhang mit Blackstone und Country Garden, verdeutlichen, dass lokalisierte Wirtschaftskrisen global spürbar werden können. Für Investoren und Finanzbeobachter ist es essenziell, die Entwicklungen im Auge zu behalten und Vermögenswerte geeignet abzusichern.

Haben Sie zu diesem Thema fragen oder möchten für sich prüfen welche Möglichkeiten Sie aktuell haben um Ihre Vermögenswerte zu schützen? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne.

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